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Channel: Seite 384 – Unser Havelland (Falkensee aktuell)
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Kultur mal vier: Falkenseer Fördervereine unterzeichnen Positionspapier

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Falkensee wächst und gedeiht. Die Stadt investiert in den Sport, baut Straßen aus und erweitert die eigene Infrastruktur um ein Bürgeramt, einen Busbahnhof, viele Kreisverkehre und vielleicht demnächst sogar um einen Hallenbad. Bleibt da die Kultur zu sehr auf der Strecke?

Fast hat es den Anschein, denn die vier Fördervereinsvorstände der städtischen Kultureinrichtungen haben sich nun zusammengetan und am 9. Januar im Museum und Galerie Falkensee ein gemeinsames Positionspapier unterschrieben, das sie anschließend in einem feierlichen Akt an Bürgermeister Heiko Müller übergeben haben.

Die vier städtischen Kultureinrichtungen – oder die „4 K‘s“, wie sie sich selbst nennen -, das sind das Creative Zentrum Haus am Anger, das Kulturhaus Johannes R. Becher, das Museum und Galerie Falkensee und die Stadtbibliothek Falkensee.

Torsten Bathmann ist der frischgebackene neue Vorsitzende des Fördervereins von Museum und Galerie Falkensee. Er sagt: „‚Kultur ist kein Ornament‘, stellte der Bundestag einst fest, sondern ‚das Fundament, auf dem unsere Gesellschaft steht und auf das sie baut.‘ Das gilt nicht nur für die große Politik, sondern ganz konkret auch für das Kulturleben und die künftige Entwicklung der Stadt Falkensee. Die Kultur­einrichtungen der Stadt tragen wesentlich zur Belebung des städtischen Lebens in Falkensee bei, sind wichtige Stütze für das Bildungswesen in Falkensee, fördern innovative Ideen und ermutigen zu Kreativität und Selbstverwirklichung.“

Im Positionspapier, das den Namen „An einem Strang“ trägt, heißt es: „Wir alle wissen – die Stadt Falkensee hat in den letzten rund drei Jahrzehnten eine enorme Entwicklung durchgemacht: Verdoppelung der Einwohnerzahl, Bewältigung des Wachstums der Infrastruktur und Ausbau der zahlreichen Angebote (Straßen, Sport-, Bildungs- und Kulturangebote). Sie spüren es im eigenen Alltag: Durch die Einzigartigkeit der Stadtrandlage zu Berlin sind die Bürger nicht allein auf die Falkenseer Institutionen angewiesen. Trotzdem sind durch den starken Zuzug lokale Angebote, nicht nur für Junge und Alte, sondern für alle Bürger sehr wichtig, um der Integration willen. Das kann kein Berliner Theater, keine Spandauer Bibliothek und kein Berliner Jugend- oder Seniorentreff leisten. Die vier Kultureinrichtungen, deren Unterstützung unsere Vereine betreiben, haben hier für das Zusammenwachsen der alteingesessenen und zugezogenen Bevölkerung in den letzten 25 Jahren Bedeutendes geleistet und wir wollen, dass das für alle Menschen gilt und weiterhin möglich ist, die auch zukünftig in Falkensee ihre Heimat finden wollen.“

Das Positionspapier gibt sich sehr kooperativ und möchte nicht als kultureller Brandbrief verstanden wissen. Stattdessen sehen sich die Fördervereine der „vier großen K“s als „Kooperationspartner der Stadtpolitik, der Vereine, der gesellschaftlichen Gruppen sowie aller Mitbürger, um Falkensee für seine Einwohner noch attraktiver und lebenswerter zu gestalten.“

Trotzdem gibt es konkrete Wünsche an die Stadt, um den Kulturbetrieb an den neuen Ist-Zustand von Falkensee anpassen zu können:
– Die Förderung der baulichen Infrastruktur der Einrichtungen, insbesondere von Baukultur und Architektur.
– Die Verbesserung der Ausstattung der Einrichtungen zur Sicherung und zum Ausbau des aktuellen Kultur- und Bildungsangebotes.
– Die Stärkung des Personalbestandes der Kultureinrichtungen, das trotz gestiegener Angebote und Erwartungen auf dem Niveau von 1995 verharrt.
– Ein offener Dialog mit den Akteuren und Kooperationspartnern in der Stadt Falkensee.

9. Januar 2019: Das Positionspapier wird unterschrieben

Für die vier Fördervereine waren am 9. Januar Prof. Dr. Heinz Cornel (Freunde und Förderer des Creativen Zentrums Haus am Anger Falkensee), Ingrid Kaufmann (Förderverein des Kulturhaus Johannes R. Becher Falkensee), Torsten Bathmann (Freunde und Förderer von Museum und Galerie Falkensee) sowie Stefanie Witt (Förderverein der Stadtbibliothek Falkensee) zugegen.

Torsten Bathmann: „Wir haben uns vor etwa sechs Monaten das erste Mal getroffen. Alle großen Kultureinrichtungen in Falkensee feiern zurzeit große Jubiläen, da fasst man gern ein Fazit, wie die aktuelle Lage denn wohl aussieht. Diese neue konstruktive Runde trifft sich seitdem regelmäßig, um sich auszutauschen. Das dabei entwickelte Positionspapier verstehen wir als bindend nach innen und als Impuls nach außen.“

Stefanie Witt: „Ich bin der festen Überzeugung, dass dies der Beginn einer festen Freundschaft der Kultureinrichtungen sein kann. Wir haben einzeln weniger Kraft als zusammen.“
Ingrid Kaufmann: „Es ist schön, dass wir uns nun zusammentun. Das war einmal nötig. Wir haben einen Bildungsauftrag zu erfüllen: Die Fördervereine unterstützen die Kultureinrichtungen enorm. Allein im Johannes R. Becher Haus haben wir 20 kulturelle Gruppen im Haus.“

Prof. Dr. Heinz Cornel: „Die Kultur hat einen wichtigen Beitrag geleistet in Falkensee für das Zusammenwachsen der Alteingesessenen mit den Neuzugezogenen. Die Stadt Falkensee hat das ermöglicht, das ist nicht in jeder Gemeinde so. Aber auch die Fördervereine leisten sehr viel.“

Torsten Bathmann: „Am Ende des Prozesses soll es durchaus konkrete Forderungen an die Stadt Falkensee geben. Die Einwohnerzahl hat sich verdopppelt, die kulturelle In­frastruktur ist da nicht mitgewachsen.“

Bürgermeister Heiko Müller bedankte sich für das Engagement der Fördervereine und nahm das vor Ort frisch unterschriebene Positionspapier entgegen.

Er sagte: „Es ist stark, dass es die Fördervereine gibt, und auch gut, dass sie jetzt zusammenwachsen. In Deutschland gibt es kaum eine Kommune wie Falkensee, die so viel Geld in die Kultur investiert. Das haben wir uns immer gern geleistet und wollen es auch in Zukunft weiter tun. Und es passiert ja auch weiterhin sehr viel. Wir möchten die Stadtbibliothek modernisieren und auch den Standort von Museum und Galerie stärken. Wir haben in der Zwischenzeit aber auch weitere kulturelle Projekte auf den Weg gebracht und finanziert, die unsere Aufmerksamkeit verdienen. Man denke da etwa an das Bürgerhaus in Finkenkrug, das gibt es ja auch noch nicht so lange. Und dann ist da auch noch unser Musiksaal am Campusgelände. Da ist die nötige Infrastruktur durchaus vorhanden, nur könnte der Saal noch viel mehr genutzt werden. Ich möchte auch auf unsere neue Stadthalle hinweisen, die sehr viel Kultur in unsere Stadt bringt. Das kulturelle Angebot hat sich massiv verändert, es ist bereits mit Falkensee mitgewachsen. Wir halten die vier K‘s aber weiterhin für wichtig und denken nicht über einen Abbau nach – eher über eine Weiterentwicklung.“

Torsten Bathmann: „Wir möchten gern der Motor des kulturellen Lebens in Falkensee sein.“

Stefanie Witt: „Die vier Fördervereine werden ab sofort auch an gemeinsamen Projekten arbeiten. So möchten wir gern schon in diesem Jahr auf dem Falkenseer Stadtfest eine eigene Kulturmeile etablieren, auf der sich die Kulturangebote der Stadt präsentieren.“ (Text/Fotos: CS)

Dieser Artikel stammt aus „FALKENSEE.aktuell – Unser Havelland“ Ausgabe 155 (2/2019).

Der Beitrag Kultur mal vier: Falkenseer Fördervereine unterzeichnen Positionspapier erschien zuerst auf FALKENSEE.aktuell.


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