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Channel: Seite 384 – Unser Havelland (Falkensee aktuell)
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Zwischen Tafelstaub und frischem Kuchen: Alte Schule Ribbeck in Nauen!

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Es war einmal in Ribbeck, im Jahr 1841 ist es gewesen, da ließ der damalige Herr von Ribbeck eine Schule am Dorfanger bauen, nur ein paar Schritte von der Kirche entfernt. Der Verein „Alte Schule Ribbeck V.I.F. e.V.“ hat das historische Gebäude, das zu DDR-Zeiten ein Konsum war, neu belebt. Vor Ort kann man nun eine historische Schulstunde besuchen, im KramLaden einkaufen oder im Café ein Stück Kuchen genießen. (ANZEIGE)

Viele Veranstaltungen und vor allem das Puppentheater mit der wahren Geschichte vom Birnbaum haben hier ein Zuhause gefunden.

Ribbeck ist immer eine Reise wert. Wer sich den beschaulichen Ortsteil von Nauen anschaut, entdeckt die alte Kirche mit dem berühmten Birnen-Denkmal, das sanierte Schloss Ribbeck mit seiner Fontane-Ausstellung, das neue Waschhaus in der alten Brennerei – und natürlich auch die „Alte Schule“ von Ribbeck.

Bis zum Jahr 1968 lernten hier noch die Kinder aus dem Ort das berühmte Gedicht von Theodor Fontane: „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, ein Birnbaum in seinem Garten stand …“

Zum Glück hat 2005 der „Alte Schule Ribbeck V.I.F. e.V.“ die Alte Schule von der Stadt Nauen angemietet, um sie wieder im alten Glanz erstrahlen zu lassen. 2006 wurde sie neu eröffnet. Geschäftsführer Axel Koziol: „Seit dieser Zeit haben wir fast täglich geöffnet gehabt. Das ist ganz wichtig in Ribbeck. Als einzige Einrichtung, die an jedem Tag in der Woche offen hat, sind wir der Hauptanlaufpunkt für viele Besucher, die Fragen oder ein grundlegendes Bedürfnis haben.“

Der V.I.F. hat damals zunächst das alte Schulzimmer selbst wieder hergerichtet, was alles andere als einfach war. Denn nach dem Betrieb als Konsum war nichts mehr vorhanden vom alten Schulzimmer. Die Schiefertafel, die hölzernen Tische, die Schulbücher, die alten Wandkarten, die Schreibtafeln der Kinder und auch die Tintenfässer und Schreibfedern – alles stammt aus Spenden und eigenen Ankäufen.

Axel Koziol: „Unser Verein bietet hier eine Erinnerungskultur und sammelt Geschichte zum Anfassen. Viele Kitas und Grundschulen besuchen uns, um eine Schulstunde wie früher mitzumachen. Da lernen die Kinder sogar wieder, Sütterlin mit der Tintenfeder zu schreiben. Wir erklären auch, was damals eigentlich gelernt wurde.“

Die Nachfrage nach den Schulstunden „wie früher“ ist weiterhin sehr hoch. Wird das alte Klassenzimmer aber nicht gerade für Schulstunden oder für Feiern aller Art verwendet, wird es einfach dem Café-Betrieb vor Ort zugeschlagen.

In einem Schulheft von Luzie Birnbaum aus der dritten Klasse, das auf den Tischen ausliegt, steht mit feiner Handschrift die Speisekarte geschrieben. Hier erfährt man, dass es in der Alten Schule ein Frühstück gibt, aber auch Kuchen und Süßes. Während der „Schulspeisung“ von 12 bis 15 Uhr steht auch Deftiges auf dem Plan – wie etwa die Ribbecker Linse, Kartoffelpuffa oder die Geflügelbratwurstschnecke mit Bratkartoffeln.

Axel Koziol: „Lustig finden unsere Gäste immer das ‚Löschblatt‘ mit den Getränkevorschlägen. Unsere Speisekarten werden auch zu gern als Souvenir mitgenommen.“

In die Alte Schule kommen das Jahr über immer mehr Busgruppen. Vor allem Touristen sind hier an Bord, die Ribbeck kennenlernen möchten und dann im alten Schulgebäude einkehren. Drinnen gibt es neben dem Schulzimmer auch noch das alte „Wohnzimmer des Lehrers“. Viele Gäste nutzen aber lieber die Tische im Freien, um mit bestem Blick auf das Geschehen am Anger eine Tasse Kaffee zu trinken oder ein Stück Kuchen zu verspeisen.

Viele Senioren aus der Nachbarschaft haben die Alte Schule ebenfalls für sich entdeckt. Axel Koziol: „Wir haben einmal im Monat ein Seniorenessen. Und es gibt Seniorengruppen aus den Nachbardörfern, die kommen einmal in der Woche zum Kaffeetrinken vorbei.“

Wer anschließend ein Geschenk oder Mitbringsel für die Daheimgebliebenen sucht, wird im KramLaden fündig. Hier gibt es zahllose Leckereien „mit Birne“, aber natürlich auch eine umfangreiche Bibliothek, die sich mit Theodor Fontane beschäftigt.

Sehr stark ist die Alte Schule auch aufgestellt, wenn es um Veranstaltungen vor allem in den dunklen Monaten geht. Vor Ort gibt es nicht nur Lesungen, auch das Puppentheater hat hier eine Heimat gefunden. Axel Koziol: „Regelmäßig gibt es eine Marionettenführung durch Ribbeck, die unter dem Motto ‚Apfel oder Birne?‘ steht. Und regelmäßig führen wir unsere ‚wahre Geschichte vom Birnbaum‘ auf.“ (Text/Fotos: CS)

Info: Alte Schule Ribbeck, Kinder- und Jugendförderverein V.I.F. e.V., Am Birnbaum 3, 14641 Ribbeck, Tel.: 033237- 85458, www.alteschule-ribbeck.de

Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 207 (6/2023).

Der Beitrag Zwischen Tafelstaub und frischem Kuchen: Alte Schule Ribbeck in Nauen! erschien zuerst auf Unser Havelland (Falkensee aktuell).


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